Wer hat Alcopops erfunden

alkopops

Geschichte vom Verschwinden der Alkopops. Alkopops waren eine clevere Idee der Spirituosenhersteller, ihren Absatz anzukurbeln. Was zunächst als Erfolg gefeiert wurde, geriet schnell in Verruf.

Alkopops waren Anfang der 2000er das Trendgetränk schlechthin. Unter dem Begriff Alkopop wurden diverse Mischgetränke aus Alkohol und Limonaden zusammengefasst. Ziel der Hersteller war es, junge Menschen anzusprechen, um die sinkenden Verkaufszahlen anderer Spirituosen auszugleichen. Während Alkopops für die Hersteller ein Erfolg waren, schlugen die Medien Alarm. Aufgrund des süßen Geschmacks unterschätzten Jugendliche die Gefahren des Alkohols, wodurch Alkopops zur Einstiegsdroge würden. Mit Einführung einer Alkopop-Steuer im Jahr 2004, brach der Umsatz von Alkopops enorm ein. Dadurch stellten einige Hersteller ihre Produktion der süßen Getränke komplett ein.

Kalkül der Hersteller von Alkopops

Da der Spirituosenmarkt seit den 1970er Jahren rückläufig war, sahen die Hersteller in Alkopops eine Möglichkeit, das Markenbewusstsein Jugendlicher zu beeinflussen. Ziel war es, eine bestimmte Marke als Alkopop zu etablieren, damit die Jugendlichen später auch zu anderen Produkten des gleichen Herstellers griffen. Die Idee, Schnäpse mit Limonade zu mischen um den Alkoholgeschmack zu übertünchen, kam da gerade recht. Verpackt in schicke Flaschen und bunt gefärbt, ging die Rechnung bald auf.

Alkopop-Werbung für Jugendliche

Die Werbung für Alkopops war von Anfang an auf jung Erwachsene zugeschnitten. Was die Hersteller nicht bedachten, die Werbung kam auch bei Minderjährigen gut an, woraufhin diese ebenfalls Alkopops konsumierten.

Was Jugendschützer auf die Barrikaden gehen ließ, zauberte den Spirituosenherstellern ein Lächeln aufs Gesicht. Der Absatz explodierte, wodurch immer mehr Nachahmerprodukte den Markt überschwemmten. Bei vielen Discountern gab es eine Billigvariante der Alkopops bereits für unter einen Euro, was den Konsum weiter anheizte. Durch Alkopops griffen nun auch Jugendliche zu Alkohol, die sonst nichts tranken. Auch die Produktplatzierung im Supermarkt trug zum Problem bei. Denn, nicht jedes Geschäft platzierte Alkopops in der Spirituosenabteilung.

Die Alkopops-Steuer

Aufgrund des rasanten Anstiegs des Alkoholkonsums bei Jugendlichen durch Alkopops, wurde 2004 eine Alkopops-Steuer eingeführt.

Durch diese stiegen die Produktionskosten der Hersteller. Umgerechnet auf die Flasche bedeutete dies zwischen 80 Cent und einem Euro. Zusätzlich mussten die Getränke dahingehend gekennzeichnet werden, dass ein Verkauf an Personen unter 18 Jahren verboten ist. Diese musste in gleicher Größe wie der Markenname auf dem Produkt angebracht werden. Die Hersteller reduzierten den Alkoholanteil daraufhin von fünf bis sechs auf drei Volumenprozent.

Höchstwahrscheinlich auch aufgrund der medialen Berichterstattung, brach der Markt für Alkopops 2005 massiv ein. Bei manchen Herstellern sank der Umsatz um fast 20 Prozent.

Das Umdenken der Hersteller

Nachdem die Hersteller für den zunehmenden Alkoholkonsum Jugendlicher verantwortlich gemacht und öffentlich an den Pranger gestellt wurden, begannen sie Alterskennzeichnungen einzuführen. Dadurch und durch die Alkopops-Steuer, die die Getränke teurer machte, ging der Konsum von Alkopops zurück. Einige Hersteller stellten die Produktion ein, wodurch Alkopops zusehends aus den Supermärkten verschwanden.

Der Alkoholkonsum der Jugendlichen ging dadurch ebenfalls zurück. Viele, die vorher Alkopops kauften, kauften nun gar keinen Alkohol mehr.

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