Wer hat Bügeleisen erfunden

Bügeleisen

Die Geschichte des Bügeleisens. Früher mussten Bügeleisen auf einer heißen Ofenplatte erhitzt werden. Moderne Geräte funktionieren mit Strom.

Bügeleisen gibt es schon seit dem 15. Jahrhundert. Die ersten Modelle bestanden aus einer massiven Metallplatte mit Griff und mussten auf einer heißen Ofenplatte erhitzt werden (Bild 2). Im späten 17. und 18. Jahrhundert gab es hohle Plätteisen aus Messing. Auf der Rückseite befand sich eine Klappe, durch die eine im Feuer erhitzte eiserne Platte in den Hohlraum eingeführt wurde, um die Sohle zu erhitzen. Ab dem späten 19. Jahrhundert gab es Bügeleisen, in deren vergrößerte Hohlräume glühende Kohle, Briketts oder Metallbolzen gefüllt wurden (Bild 3).

Etwa um 1890 kam dann das erste elektrische Bügeleisen auf den Markt. Die richtige Bügeltemperatur war früher eine Sache von Erfahrung und „Fingerspitzengefühl“. Moderne elektrische Bügeleisen sind dagegen mit einem Temperaturfühler ausgerüstet, der meist von „Chemiefaser“ bis „Leinen“ einstellbar ist. Das bedeutet, die Temperatur der Bügelsohle reicht von handwarm bis über 140°C.

Die Sohle eines Handbügeleisens ist etwa 200 Quadratzentimeter groß

Die meisten der heutzutage erhältlichen Textilien sind Mischgewebe aus Naturfasern und Synthetiks oder bestehen ganz aus synthetischen Fasern (z. B. Diolen, Dralon, Trevira). Synthetische Fasern sind allerdings sehr empfindlich gegen trockene Hitze und schmelzen bei Temperaturen über 100°C. Nur in Verbindung mit Feuchtigkeit wie einem aufgelegten Tuch oder Dampf sind höhere Temperaturen möglich, die gebraucht werden, um die im Gewebe enthaltenen Naturfasern glattzubügeln.

Die Sohle eines normalen Handbügeleisens ist etwa 200 Quadratzentimeter groß. Sie besteht aus meist geschliffenem, polierten Aluminium. Stahlsohlen sind verchromt, vernickelt oder verkupfert. Die gewünschte Temperatur wird mit dem Reglerknopf gewählt. Bei der Einstellung „Wolle“ heizen in der Bügelsohle eingelassene Heizstäbe das Bügeleisen bis auf die für „Wolle“ bestimmte Temperatur auf. Diese Temperatur wird von dem Regler gehalten, der in die Sohle eingelassen und von außen nicht sichtbar ist. Erst wenn die Temperatur sinkt, schaltet er die Stromzufuhr zu den Heizstäben wieder ein.

Bei einigen Dampfbügeleisen ist der Wassertank abnehmbar

Seit 1957 existieren auch Dampfbügeleisen. Dabei handelt es sich um normale Elektrobügeleisen, die aber zusätzlich einen Wassertank, eine Dampfkammer und etwa 25 Dampfdüsen in der Bügelsohle haben. Der Wassertank liegt über der Bügelsohle, besteht meistens aus Aluminium oder Kunststoff und fasst etwa 185 bis 250 Kubikliter Wasser. Bei einigen Geräten ist der Wassertank sogar abnehmbar. Das Wasser wird über eine Öffnung im Griff des Bügeleisens eingefüllt. Die Wasserstandsanzeige signalisiert den Stand der Tankfüllung.

Wird mit Temperaturen über 100°C gebügelt, kann die Dampfautomatik eingeschaltet werden. Dann tropfen pro Minute zwischen 6 und 15 g Wasser durch das Dampfventil, treffen in der Dampfkammer auf die beheizte Innenfläche der Bügelsohle, verdampfen und strömen durch die Düsen ins Freie. Wird das Bügeleisen abgestellt oder senkrecht gehalten, schaltet sich die Dampfentwicklung automatisch ab.

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